Vergeben und Loslassen

Selbstheilungskräfte: Jeder von uns trägt sie in sich und kann sie nutzen.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema “Selbstheilung”, habe unzählige Bücher von verschiedenen Autoren gelesen, Artikel studiert und alles, was mir wichtig schien, einmal für diesen Blog zusammengetragen.
Denn die Fähigkeit, sich selbst zu heilen, ist einer der mächtigsten Kräfte unseres Körpers und dazu gehören nicht nur das regelmäße Fasten, um dem Körper ein Signal zu geben, (eine Fastenzeit=Essenspause ist so ein Signal), Meditation und Autosuggestion- sondern in erster Linie das Vergeben und das Loslassen.
Jeder von uns wurde in seinem Leben schon mehrere Male enttäuscht, hat negative Situationen erlebt oder sogar traumatische Erlebnisse hinnehmen müssen. Vielleicht fragen Sie sich auch manchmal, warum Ihnen das Leben schon wieder die eine oder andere Erfahrung “serviert” und empfinden das Leben manchmal als ungerecht. Insbesondere Erlebnisse, in denen wir uns gedemütigt, verlassen, verraten, belogen, betrogen und verletzt fühlten, bleiben oft lebhaft in unserem Gedächtnis haften. Wir sind in der Lage diese Erfahrungen abzurufen, sehen sie bildhaft vor uns.
Was bedeuten diese Erfahrungen nun im Einzelnen für jeden von uns, wie kann vergeben werden, wie funktioniert loslassen?
Was ich dazu immer wieder las ist: wann immer uns etwas Negatives widerfährt, es einen Lernprozess beinhaltet, auch wenn es in diesem erlebten Moment nicht erkennbar ist. Wer kennt ihn nicht, den Film “Und täglich grüßt das Murmeltier”? Die Quintessenz? Ganz einfach: Wir erleben Situationen immer wieder und solange, bis wir daraus gelernt haben… wenn doch alles so einfach wäre, wie dieser Satz. Denn so oft erkennen wir gar nicht, dass sich Situationen wiederholen, die Enttäuschungen reihen sich aneinander, wie eine Perlenkette.
Wird jedoch erkannt, dass sich Dinge in unserem Leben wiederholen, ist der erste Schritt getan-die Bewusstwerdung- und die Möglichkeit ist gegeben, zu hinterfragen, was diese wiederholten Situationen uns sagen sollen, was wir verändern können, ist es vielleicht unsere Einstellung dazu, müssen wir Grenzen setzen oder die Blickrichtung verändern?
Vergeben ist ein Zeichen innerer Stärke und persönlicher Reife und führt dazu, dass andere Menschen und Ereignisse unser eigenes Leben nicht dauerhaft beeinflussen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Menschen noch leben, weiter Teilhabe an unserem Leben haben, uns nahe stehen oder nicht.
Was heißt nun Vergeben? dazu möchte ich als Erstes schreiben, das Vergeben nicht heißt zu akzeptieren, was falsch ist. Falsch oder Unrecht- wird auch immer falsch oder Unrecht bleiben. Vergebung heißt, dass das, was dem Einzelnen angetan wurde, keinen Einfluss mehr auf ihn und sein Leben hat und das Leben wieder glücklich gelebt werden kann. Vergebung heißt, wir geben die Verletzung- die wir spüren- an den Verursacher zurück und reduzieren gleichzeitig so unsere eigene Belastung.
Vergebung heißt auch, die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen. Diese Gefühle wie wie Angst, Hass, Zorn, Wut, Trauer, Rache, emotionaler Schmerz oder Selbstverurteilung loszulassen. Gelingt dies, ist eine Befreiung aus der Opferrolle möglich und das Leiden reduziert sich, die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.
Loslassen ist ein Akt der Selbstbefreiung und bedeutet, nicht mehr Festhalten, an alte Gefühle, Situationen, Verletzungen, Traumen. Der Fokus richtet sich dann nicht mehr auf das “Leiden und Steckenbleiben in der Vergangenheit”. Es setzt neue Energien für eine friedvolle Zukunft und die schönen Seiten des Lebens frei. Vergeben heißt also auch Loslassen und dies braucht Zeit, es ist ein ganz individueller Prozess und beinhaltet eine bewusste Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema. Vergeben und Loslassen funktioniert auch einseitig und wirkt sehr befreiend.
Und noch einen wichtigen abschließenden Satz, der es verdient geschrieben zu werden.
Wenn uns bewusst wird, dass wir alle positive, als auch negative, menschliche Anteile in uns tragen, fällt es vielleicht leichter diesen ersten Schritt zu gehen, für mehr eigene Lebenslust, inneren Frieden und Platz für Neues.