Können uns – nicht gelebte, verdrängte – Gefühle krank machen?

Auch dieses Thema beschäftigt mich schon seit langer Zeit. Deshalb habe ich auch dieses Mal, all das, was ich las und mir wichtig erschien, für Sie zum Lesen zusammengetragen.
Jeder von uns kennt sie, die längst überholten, doch immer noch sehr wirksamen Glaubenssätze, die wir schon als Kind hörten, von Eltern, Lehren oder den Großeltern, wie: “

  • das Leben ist kein Ponyhof…,
  • der Ernst des Lebens…,
  • das Leben ist kein Wunschkonzert…,
  • streng dich an, sonst wird aus dir nichts…,
  • früh übt sich…

Die Liste lässt sich um einige Seiten verlängern… und… sie bestimmen unser Leben! Die wenigsten von uns haben diesbezüglich Positives gespeichert oder in Erinnerung.
Die dazugehörigen Gefühle, die wir durch diese alten Glaubensätze oder Gedanken erschaffen, erzeugen eine Irritation – diese Gefühle können sehr schlecht eingeordnet und sich zu Krankheitsverursacher entwickeln.

Nehmen wir als Beispiel die nichtgelebte Wut, die sich nicht ausdrücken und einordnen lässt.
Diese kann sich dann als Rosacea , Magenschmerzen, Blasenentzündung oder als Nasennebenhöhlenentzündung äußern, denn auch der Körper kann diese Wut ebenfalls nicht verarbeiten und entwickelt ein oder mehrere Symptome.
Versuchen wir einmal den Schmerz als Solches, als sogenannten Boten anzusehen, der uns etwas sagen will.
Hinter dem Schmerz versteckt sich ein Gefühl, welches beachtet und wahrgenommen werden will.
Unser Körper ist in der Lage, Großes zu vollbringen, denn er kompensiert diese nicht wahrgenommenen Gefühle über eine gewisse Zeitspanne, doch dann reagiert er mit individuellen, unterschiedlichen Beschwerden, bis hin zu schweren Erkrankungen. Oftmals sind schwerwiegende Erkrankungen, Traumen – wie z.B. Trennung, Todesfälle oder Schockerlebnisse vorrausgegangen. Je nach Intensität des erlebten Traumata, können sich dann die verschiedensten Symptome entwickeln.
Solange wir gesund sind, kümmern wir uns wenig um unseren Körper, es läuft ja!?
Meist bedarf es einer Krise, ob nun zum Beispiel Lebenskrise, Wechseljahre (für viele Frauen stellt dies eine Krise dar), Burn-out oder Depressionen. Erst dann fragen wir uns, was ist los mit mir? Erst, wenn die Schmerzen auftreten, widmen wir uns unserem Körper, schenken ihm Aufmerksamkeit, der Eine früher, die Andere später.
Natürlich können auch langandauernde Stressphasen im Leben eines Menschen, schwere Symptome: wie wiederkehrende grippale Infekte, Bandscheibenvorfälle, Gelenkschmerzen oder chronische Rückenschmerzen auslösen.
Der Körper streikt, er zieht sozusagen die Notbremse und zwingt zur Ruhe, zur inneren Auseinandersetzung, zur “Entschleunigung” (was für ein herrliches Wort).

Was ist passiert?

Wir sind aus dem Gleichgewicht geraten, lassen uns unter Druck setzen oder setzen uns selbst unter Druck – immer besser sein zu wollen – gönnen uns keine Auszeit, wollen Anerkennung. Entspannung ist ein Fremdwort geworden. Wir hetzen von Termin zu Termin…. Selbst im Urlaub ist keine Zeit für Erholung, denn Nichtstun geht nicht – leider. Da müssen die Mails gecheckt, die Fotos vom Handy verschickt und der nächste Ausflug gebucht werden. Auch mir kommt das irgendwie alles sehr bekannt vor.
C.G. Jung, ein Mitbegründer der Psychoanalyse, Mediziner und Psychiater, war davon überzeugt, dass eine Krankheit symbolisch gesehen zeigt, dass unser selbstregulierendes System versagt hat. Die analytische Psychologie geht davon aus, dass Krankheit als ein dynamisches Ungleichgewicht verstanden werden kann.

Was können wir tun?

Zeit für sich allein nehmen, Auszeiten einbauen, die eigenen Bedürfnisse erkennen und ausleben, sich trauen. Nein sagen dürfen, erscheint mir als einer der wichtigsten ersten Schritte in die Selbstverantwortung für ein gesundes Leben – und das hat nichts mit Egoismus zu tun.
Werden durch andere Menschen in bestimmten Situationen in mir unangenehme Gefühle ausgelöst, ist es sinnvoll zu erforschen, warum es mich z.B. so wütend macht. Ist es ein altes Gefühl aus der Kindheit, erinnert mich diese Situation gerade an Mutter oder Vater, sind es alte Wunden, die gerade wieder aufgerissen werden? Und wo genau im Körper spüre ich dieses Gefühl (z.B. diese Wut).Das heißt, ich setze mich mit meinen Gefühlen auseinander, ich nehme sie ernst, ich nehme sie an. Und dann….loslassen.
Die Bereitschaft zur Veränderung ist der Schlüssel für die eigene Zufriedenheit. Jeder kann für sich selbst herausfinden, was für ihn im Leben wichtig ist und Prioritäten setzen. Vielleicht hilft die eigene Auseinandersetzung mit der derzeitigen Lebenssituation? Sind die Dinge, die mich umgeben noch erfüllend, ist der Weg, den ich bisher gegangen bin noch der Richtige oder bedarf es einer Korrektur?
Hört sich das nicht toll an, wenn wir irgendwann sagen können “ich bin angekommen”? Was auch immer dies für jeden einzelnen von uns bedeutet.

Und vielleicht fragen Sie sich jetzt, was hat das denn Alles mit der Hypnose zu tun?

Es fällt uns oftmals schwer, unsere Gefühle einzuordnen oder überhaupt Gefühle in bestimmten Situationen wahrzunehmen. In der Hypnose, im Trancezustand, ist es möglich zu diesen, nicht gelebten oder nicht einzuordnenden Gefühlen vorzudringen, dessen Zusammenhänge zu verstehen, um sie dann neu zu bewerten und einzuordnen.